Von:
Reinhard Fiola

e-christ.de

"Christ" sagt der Maure Azeem, wenn er im Film 'Robin Hood – König der Diebe' seinen Freund Robin von Locksley anspricht. "Christ" sagt er – und meint damit mehr als nur einen Namen, aber auch mehr als nur eine Religionsbezeichnung. "Christ" nennt er seinen Freund deshalb, weil damit aus seiner Sicht das Besondere an Robin von Locksley benannt ist. Der ist nämlich Kreuzritter, ein mutiger Kämpfer, ein treuer Freund und ein ehrlicher Partner. "Christ" sagt Azeem; er sagt es anerkennend, liebevoll und manchmal auch ein wenig spöttisch.

Wer oder was ist ein Christ oder eine Christin heute?

Ich vermag es auf Anhieb nicht zu sagen. Jedenfalls nicht in einem Satz.

Das Wort "Christ" trägt heute mehrere Bedeutungen in sich. Es kann sich auf die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppierung beziehen, es kann ein bestimmtes soziales Verhalten oder auch eine bestimmte religiöse Überzeugung meinen.

Natürlich ist es formal zutreffend, diejenigen als Christen zu bezeichnen, die Mitglied einer christlichen Kirche sind. Was aber ist mit denen, die getauft sind, sich selbst als religiös bezeichnen, aber ausgetreten sind? Und mit denen, die das alles nicht sind, aber ein silbernes Kreuz als Schmuck um ihren Hals tragen?

Vielleicht ist es am besten, auf solche Außen-Zuschreibungen ganz zu verzichten und stattdessen nur diejenigen 'Christen' zu nennen, die sich selbst als solche verstehen und deshalb auch so bezeichnet werden wollen. Damit wäre ernst genommen, was ganz wesentlich zum Christ-Sein dazu gehört: das eigene Bekenntnis.

Nach biblischem Verständnis ist nur Christin oder Christ, wer sich zu Christus - dem Messias - bekennt.

Bin ich dann einer? Ein Christ?

Meine persönliche Antwort lautet: "Ja". Und Ihre?